Die Kopfhaut kommt bei vielen zu kurz. Das muss nicht sein. Ob Haarschnitt, Styling oder Coloration – bei diesen Wiener Frisiersalons ist man gut aufgehoben
von Nini Tschavoll
FALTERs BEST OF VIENNA 2/2024 ,
Eine Oase ist ein Ort der Ruhe, der Erholung inmitten von Stress und geschäftigem Treiben. Im Salon „one of a kind“ passiert, sobald man den Fuß über die Türschwelle gesetzt hat, genau das: Entschleunigung inmitten der wurligen Josefstädter Lange Gasse.
Schlichtes und geschmackvolles Interieur, Blumen, Bilder an den Wänden und angenehm gedämpfte Musik vermitteln die Vision eines kreativen Ruhepols. Verantwortlich dafür sind die gebürtige Berlinerin Nelli Götze und der Steirer Andreas Trippl. 2008 lernten sie einander bei der Arbeit in einem Friseursalon in Wien kennen. 2017 gründeten sie ihren Salon „one of a kind“.
one of a kind
Hier wird jede und jeder als einzigartig angesehen. „Man soll sich mit Frisur und Style wohlfühlen. Statt ständig Trends anderer hinterherzulaufen, interpretiert man sich am besten selbst. Es geht darum, sich gern anzuschauen, statt anderen zu gefallen. Wer sich wohlfühlt, strahlt“, erklärt Nelli. Eine Frisur muss also zum Typ passen, lautet das oberste Gebot bei „one of a kind“. Ihre Kundschaft bezeichnen die Hairstylist:innen als Gäste. „Wir verbringen so viel Zeit in unserem Salon, dass wir uns als Gastgeber:innen sehen, die ihren Gästen neben einem feschen Styling auch eine gute Zeit ermöglichen möchten“, erklärt Nelli. Als Mutter eines Kleinkinds will sie sich die Arbeit so schön wie möglich gestalten und genießt dabei den sozialen Kontakt. „Für Andreas und mich war wichtig, einen Platz zu schaffen, an dem wir beide uns wohlfühlen.“
Neben Nelli und Andreas besteht das Team noch aus Sheik Fariz Sheik Moulana. Alle drei lieben es, Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass sie so schön wie einzigartig sind. Die Gäste sollen eine erholsame Auszeit bei ihnen verbringen – im nächsten Sommer auch wieder im Garten des Salons mit Sitzgelegenheiten.
Termine bei „one of a kind“ sind großzügig bemessen, warten muss man selten. Nelli ist ein Fan von Pünktlichkeit, sie bittet ihre Gäste daher stets, bei einer Verspätung Bescheid zu geben. Ein Besuch im Salon beginnt immer mit einem ausführlichen Beratungsgespräch, dazu werden Tee oder Kaffee angeboten. Danach startet die Pflege: „Die Kopfhaut kommt bei vielen aus Zeitgründen oft zu kurz, daher gibt es bei uns immer eine Kopfmassage. Sie hilft beim Entspannen und Genießen.“ Ist es einem zu kalt, wird Tee nachgeschenkt oder eine kuschelige Decke gebracht. Dieser Kurzurlaub in der Oase endet eben nicht nur mit einer neuen Frisur, sondern auch total gechillt.
MACA
Haareschneiden im Safe Space verspricht MACA. Macarena Torres hat es mit ihrem Haarstudio geschafft, auf die Bedürfnisse der Kund:innen einzugehen. Die Preise variieren je nach Dichte, Länge und Komplexität des Schnitts. Wer keine Lust auf Small Talk hat, kann bei einem „Quiet Cut“ ganz ungeniert ins Handy schauen. Ein weiteres Plus: Das Friseurstudio ist LGBTQIA+-friendly.
The Fringe
Chris Yau hat sein Handwerk bei Vidal Sassoon in London gelernt. Spezialisiert ist er hier wie in den Studios des legendären Hair-Stylisten auf akkurate Cuts, brillante Farben und cleanes Styling. Das hat ein bissl seinen Preis, dafür wird die Kopfhaut mit aromatischen John-Masters-Organics-Produkten und das Auge mit minimalistischem Interior-Design verwöhnt.
Der Salon
Im Salon von Michaela Trippl-Frieß treffen Freunde und Bekannte aufeinander. Viele sind Kund:innen, seit das Geschäft vor 16 Jahren eröffnet wurde. Die Produkte, die Der Salon verwendet, sind überwiegend plastik- und schadstofffrei, sie kommen ohne Mikroplastik und billige Silikone aus und sind frei von Tierversuchen. Das fünfköpfige Stylistinnen-Team orientiert sich modisch an Tony & Guy sowie Vidal Sassoon, denn Michaela bevorzugt selbst den „Clean Chic“. Großes Augenmerk legt sie auch auf die Bilder an den Wänden des Salons und bietet Künstler:innen die Möglichkeit für Präsentationen und Vernissagen.
Hoaschneida
Der Salon befindet sich in einem der ältesten Häuser Wiens, einem ehemaligen Kloster. Viele Jahre lang frisierte hier der Wiener Star-Figaro Erich Joham, unter anderem sogar Falco. Mittlerweile führt der Friseurmeister Manuel Dobersek den Salon unter dem Namen „Hoaschneida“. Im nostalgischen Wohnzimmerflair sind ihm Professionalität und der Wohlfühlfaktor wichtig. Die „Hoaschneida“ arbeiten mit der kultigen, nachhaltigen Pflegeproduktlinie Davines.
Propaganda Haare
Berggasse 5/1, 1090 Wien
Der Hype um „Propaganda Haare“ hat gleich mehrere Gründe. Das erfahrene Team schafft es, die Persönlichkeit der Kundschaft mit handwerklichem Geschick haargenau in Szene zu setzen. Zudem fühlen sich Menschen, die einen edgy Style haben, in den puristisch-kargen Räumlichkeiten des Szenefriseurs pudelwohl. Die meisten Leute, die auf den Stühlen der leicht versteckten Location sitzen, sind hier Stammkunden. Termine zu bekommen, ist dementsprechend schwer – aber lohnend!
Dieser Artikel erschien am 23.10.2024 im FALTERs BEST OF VIENNA 2/2024